notizbuch
Was diese Tafel ist
Was die Kreidetafel ist: ein Lese-Notizbuch über die Kultur der Dorfgaststätte, gehalten wie eine Ardoise an der Wand.
Die Kreidetafel ist ein Notizbuch über die Kultur der Dorfgaststätte: die Chronik der Häuser und Familien, den Biergarten und den Sonntagsausflug, die Karte und die Küche, den Saal und seine Feste. Sie hängt an der Wand wie die Ardoise, die ein Wirt jeden Morgen neu beschreibt, und sie wird gehalten wie eine solche Tafel: Zeile für Zeile, lesbar, wieder abwischbar.
Was auf der Tafel steht
Vier Züge halten die Zeilen: die Chronik, der Biergarten, die Speisekarte und der Saal. Jede Zeile ist ein nachgeschlagenes Thema, eine Gepflogenheit, ein Raum, ein Gerät, ein Brauch, mit Vedette, Kote und Glose, damit man es wiederfindet wie einen Eintrag in einem Wörterbuch. Die Tafel zählt Zeilen und Lektürelänge; sie vergibt keine Noten.
Was nicht auf der Tafel steht
Die Kreidetafel ist kein Wirtshaus. Sie nimmt keine Bestellung entgegen, führt keine Karte mit Preisen, nennt keine Öffnungszeiten und reserviert keinen Tisch. Wo ein historisches Haus in den Zeilen vorkommt, steht es als Beleg, nicht als Werbung: die Tafel schreibt über die Gattung, sie spricht nicht für ein Haus.
Wie die Tafel gehalten wird
Jede Zeile wird gegen das geschriebene Buch gelesen, Chroniken, Nachschlagewerke, Fachblätter, bevor sie an der Wand stehen bleibt. Wer einen Strich findet, der falsch steht, schreibt ihn ins Stammbuch: eine Zeile, die nicht stimmt, wird abgewischt und neu notiert, mit Datum.